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Bengal Cat 

Herkunft und Rassengeschichte 

Die Bengalkatze sieht nicht nur wild aus, tatsächlich wurde hier eine Wildkatze eingekreuzt. Für den charakteristischen Fleckenlook ist die Leopardkatze oder Bengalkatze (Prionailurus bengalensis ) verantwortlich. Die gleiche Bezeichnung der Wildkatze und der Rasse als Bengalkatze kann zu Missverständnissen führen. Die meisten Katzenhalter, die nicht auch Zoologen sind, führen diesen Begriff aber für die Rasse. Spätestens wenn es um die Haltung oder den Erwerb einer Bengalkatze geht sind Verwechslungen ohnehin eher nicht wahrscheinlich. 

Die Leopardkatze ist in Ost- und Südostasien heimisch, wo sie ein Leben als einzelgängerischer Jäger fern vom Menschen führt. Die Wildkatze lässt sich nicht zähmen und vermischt sich nicht mit Hauskatzen. Hybriden der beiden Arten zeigten auch in späteren Generationen immer noch ihre wilde Seite und sind nicht als Haustier haltbar. Auch sind Hybridkater häufig unfruchtbar, so dass die Zucht einer wild aussehenden Hauskatze alles andere als einfach war. 

Die Zucht der Bengalkatze geht auf die Genetikerin Jean Sudgen (später Jean Mill) zurück. Mit dem Ziel einer Hauskatze mit Wildkatzenfell kreuzte sie eine Leopardkatze mit ihrem schwarzen Hauskater, deren einzigen Nachkommen mit gepunktetem Fell sie mit dem Vater zurück kreuzte. Die Nachkommen wiesen zwar die gewünschte Fellfarbe auf, waren aber meist unfruchtbar. Erst rund 10 Jahre später nahm Jean Sudgen die Zuchtversuche wieder auf. Als Grundlage dienten hierbei Hybriden aus einem Forschungsprojekt des Mediziners Willard Centerwall. Diese kreuzte sie unter anderem mit Abessiniern und Orientalen, daraus und durch gezielte Inzucht entwickelte sich schließlich ein einheitlicher, fruchtbarer Typ. Die Anerkennung dieser neuen Rasse erfolgte 1986 durch die TICA. 

Verhalten

Das wilde Erbe lässt sich bei den Bengalkatzen erahnen, wenn man ihnen bei ihren übermütigen Spielen zusieht. Bengalkatzen sind sehr aktiv und brauchen Abwechslung und Beschäftigung.Die wilde Leopardkatze, Vorfahre der Bengalkatze, ist eine der wenigen Katzenarten, die auch schwimmen. Und auch die heutigen Bengalkatzen zeigen noch viel Interesse an Wasser, wenn auch meist eher zum Spielen als zum wirklichen Schwimmen. Sie sind sehr sozial und kommen in der Regel sehr gut mit Artgenossen aus. Diese brauchen sie auch, um ihren Bewegungs- und Spieldrang zu befriedigen.

So anhänglich an Menschen die Tiere sind, sie sind auch eigensinnig und wissen ganz genau was sie wollen. In diesem Punkt sind sie typische Katzen. Mit ihren Menschen “reden” Bengalkatzen gern und verhältnismäßig viel, wobei sie über einen großen Tonumfang verfügen.

Mit ihrem Temperament und ihrer Geschicklichkeit sind sie sehr gute Kletterer. Sie erkunden und erklimmen jedes Regal und sind auch als Ausbrecher geschickt. Eine abwechslungsreiche Haltung ist daher unbedingt erforderlich, damit sich die Samtpfoten nicht andere Beschäftigungen suchen.

Bengalkatzen sind sehr intelligent und lernen gut Kunststücke, besonders Apportieren scheint vielen Vertretern der Rasse viel Spaß zu machen. Wie bei jeder Katze ist auch hier Geduld und Freude am Spiel Voraussetzung für das Lernen. 

Passt eine Bengalkatze zu mir?

Besonders ihr außergewöhnliches, wildes Aussehen lässt die Herzen vieler Katzenmenschen höher schlagen. Doch Bengalkatzen sind nicht für jeden geeignet, da sie einige besondere Anforderungen an ihre Halter stellen. Sie brauchen viel Beschäftigung und Aufmerksamkeit (s. auch Bengal-Katze: Charakter). Eine zweite Katze hilft dabei sehr, die Haltung von zwei oder mehr Katzen wird bei den Bengalen auch immer empfohlen. Sie ersetzt jedoch nicht die tägliche Spiel- und Kuschelstunde mit dem Halter. Da die Tiere sehr kräftig, temperamentvoll und eher dominant sind, kann es im Zusammenleben mit anderen Rassen zu Problemen kommen. Andere Rassen können sich überfordert fühlen von dem Energiebündel, sehr zarte Tiere können bei den wilden Raufereien verletzt werden.

Eine kleine Wohnung ohne Freilauf ist für Bengalkatzen nicht geeignet. Sie brauchen Platz, viele Kletter- und Versteckmöglichkeiten und idealerweise einen gesicherten Freilauf. Natürlich ist auch eine Haltung mit unbegrenztem Freilauf möglich, doch birgt dies einige Risiken. Teure Rassekatzen, besonders wenn sie so auffällig sind, können gestohlen werden. Sind andere Katzen in der Umgebung kann es passieren, dass sich die dominante, starke Bengalkatze zum Tyrannen der Nachbarschaft entwickelt.

Eine besondere Pflege brauchen Bengalkatzen nicht. Ihr Fell ist dicht und kurz, so dass regelmäßiges Bürsten oder andere Maßnahmen zur Fellpflege nicht erforderlich sind. Was nicht heißt, dass Bürsten keinen Nutzen hat: Wie viele Katzen genießen Bengalen sanftes Bürsten und die damit verbundene Aufmerksamkeit durch ihren Halter. Dies fördert auch die soziale Bindung. Langhaarige Bengalen benötigen mehr Pflege, ihr Fell sollte regelmäßig gebürstet werden, um Verfilzungen vorzubeugen. An ihr Futter stellen sie keine besonderen Anforderungen. 

Wer genügend Zeit und Platz für zwei oder mehr Tiere, viel Freude an Spiel und Action und keine teure Nippes-Sammlung im Regal stehen hat, bekommt mit Bengalkatzen außergewöhnliche, spannende und anhänglich vierbeinige Freunde.